Hier beschreibe ich meine persönlichen Erfahrungen in der Ausbildung & Erziehung des Bullmastiffs und möchte Ihnen direkt sehr nahe legen, dass Sie sich mit einem Bullmastiff viel vorgenommen haben.

Zur Ausbildung:
Alle meine Bullmastiff-Hündinnen – und das waren bisher 3 – haben es zwar mit mir zusammen geschafft, die VDH-BH / VT (Begleithunde-prüfung) und den VDH-Hundeführerschein zu absolvieren, dennoch war der Weg dahin mit jeder Einzelnen ein ganz anderer.

Meine Ambra und meine Chelsey hatten nicht unbedingt die absolute Freude am Gehorsam, wurden aber dennoch auf den Weg gebracht. Meine Fiona dagegen war von Anfang an ein kleiner Streber. Das spiegelte sich später auch bei den Ausstellungen wieder. Fiona wollte und konnte sich präsentieren und hatte sichtlichen Spaß an der gemeinsamen Arbeit. Mit ihr führte ich OBEDIENCE durch alle Klassen hindurch und Mantrailing krönte dann auch enorm unsere gemeinsame Arbeit und bot uns einen wunderschönen & sinnvollen Freizeitausgleich. Ich muss an dieser Stelle aber auch fairerweise anmerken, dass Fiona als Erste den Vorteil erhielt, am Hundeplatz aufzuwachsen, so dass möglicherweise alleine hierdurch mehr Wille und Möglichkeiten gegeben waren.

Jetzt ist Yara da, und sie macht sich wirklich gut. Obedience macht ihr richtig Spaß, und sie strengt sich sehr an, alles richtig zu machen. Mantrailing findet sie absolut Klasse! Sie können ja gerne die Videos anschauen, die ich immer wieder akutell auf diese Seiten stelle.

Die Ausbildung des Bullmastiffs erfordert vor allen Dingen sehr viel Geduld, Konsequenz und Durchsetzungsvermögen. Die einzelnen Ausbildungsschritte müssen klar und deutlich gezeigt werden, damit Sie Ihr Hund auch verstehen kann. Eine klare Stimme, Körpersprache, Mimik & Gestik unterstützen das gegenseitige Verständnis. Eine anfängliche Unterstreichung des gesprochenen Kommandos durch Sichtzeichen ist sehr sinnvoll. Eine schmackhafte Belohnung in Form von Käse und / oder Geflügelwurst zusätzlich zu Ihrem Lob bringt Sie auch schneller ans Ziel. Nicht nur die Liebe geht durch den Magen – die Bereitschaft und der Wille Ihres Hundes zum Arbeiten ebenso.

Zur Erziehung:
Die Erziehung vom Hund basiert nicht nur auf Sitz & Platz sondern bildet die Gesamtheit der Hunde-Benimm-Dich-Regeln. Fängt damit an,

  • dass sie möglichst schnell sauber werden,
  • dass sie sofort lernen, nichts vom Boden aufzunehmen,
  • dass sie gut leinenführig sind,
  • dass sie von Anfang an frei laufen dürfen und auf Rückruf auch wieder zum Besitzer zurück kehren,
  • dass sie niemanden anspringen,
  • dass sie nicht an der Leine andere Hunde anpöbeln,
  • dass sie auch mit in die Stadt oder ins Restaurant mitgenommen werden können, ohne dass die Straßen oder der Speisesaal die Sekunde geleert sind  …

Das im Allgemeinen, aber speziell zum Bullmastiff?
Der Bullmastiff erfordert von Anfang an eine klare, konsequente & dennoch liebevolle Hand. Deshalb sind klare Strukturen zu Hause und draußen das A und O. Nachdem noch in 7 Bundesländern irgendwelche Wesenstests auf ihn warten, muss er so schnell als möglich an alle Regeln des gemeinsamen Lebens herangeführt werden.

Mit einem Bullmastiff entscheiden Sie sich für eine sehr selbstbewusste Rasse, die oft nicht unbedingt freiwillig alles so tun wird, wie Sie sich das vorstellen. Diejenigen, die nicht von Anfang an klare Regeln aufstellen, werden spätestens in der pubertären Phase der Junghunde an ihre Grenzen geraten.

Als Trainer muss ich jedem sagen, dass eine kumpelhafte Beziehung nicht funktionieren wird. Das gilt für alle Hunde, aber bei unseren Bullmastiffs (wenn ich mich nun speziell auf unsere Lieblinge begrenze) wird das einfach nicht gehen. Hier ist eine klare Hund-Hundeführer-Beziehung gefragt, aus welcher sich mit der Zeit eine traumhafte „Verbindung“ entwickeln kann. Wir dürfen nämlich eins nicht vergessen: Unsere Hunde haben ein enormes Gewicht & eine enorme Kraft. Und wir wollen irgendwann nicht mit unserem Hund „kämpfen“ müssen, sondern wir wollen ihn „führen“!

Während viele Kunden immer wieder zu mir sagen, sie wünschten sich, dass Ihr Hund immer so klein und knuffig bliebe, erwidere ich immer, dass ich mich darauf  freue, wenn mein Hund die wichtigsten Hürden der Hundeerziehungsarbeit hinter sich gebracht hat und endlich „hört“.

Im Normallfall bleibt auch einem Trainer nichts erspart. Auch meine Hunde hatten ihre Phasen, wie urplötzlich beschließen, einem Fahrradfahrer hinterher zu jagen, ein Pferd „anzugreifen“, das Auto des Jägers stellen zu wollen, oder ein Reh zu hetzen. Wir sind alle nur Menschen, aber wir müssen uns dennoch auf alle Eventualitäten vorbereiten und dann auch wissen, was zu tun ist und schnell auf den Hund einwirken können.

Aus diesem Grund bitte ich Sie ALLE, so schnell als möglich eine gute Hundeschule aufzusuchen, und sich möglichst im Einzelunterricht eine vernünftige Unterstützung zu holen, damit die gesetzten Ziele gut umgesetzt werden können.